Der Sternhimmel im Herbst

Der Herbst ist die Zeit der Nebel. Während auf der Erde die Bodennebel auftreten, ist gleichzeitig die beste Zeit, um den Andromedanebel (M 31) zu beobachten. Erst seit dem Beginn dieses Jahrhunderts kennt man die wahre Natur dieses ausgedehnten Lichtflecks, den man von einem guten Standort aus schon mit dem bloßen Auge nördlich der Sternenkette der Andromeda erkennen kann: Es handelt sich um eine Galaxie ähnlich unserer Milchstraße. Sie steht in etwa 2.25 Millionen Lichtjahren Entfernung. Neben ihr kann man im Teleskop noch zwei weitere Begleitgalaxien erkennen. Sie gehören ebenso wie unsere Galaxis, die Magellanschen Wolken und einige kleinere Galaxien zu der sogenannten "Lokalen Gruppe". Damit werden alle Galaxien zusammengefasst, die sich in der näheren Umgebung unserer Milchstraße befinden.
An die Andromeda angrenzend findet man ein ausgedehntes Sternenviereck. Es besteht aus drei Sternen des Pegasus und einem Stern der Andromeda, der früher ebenfalls zum Pegasus gezählt wurde - daher trägt das Gebiet heute noch die Bezeichnung Pegasus- oder Herbstviereck. Im Westen des Pegasus findet man einen sehr kleinen Nebelfleck - der 50.000 Lichtjahre entfernte Kugelsternhaufen M 15, ein Begleiter unserer Galaxis. Er besteht aus etwa 100.000 Sternen, die unsere Galaxis umkreisen.
Nördlich von Andromeda und Pegasus befindet sich ein weiteres auffälliges Sternbild: Die Cassiopeia, die wegen ihrer markanten Form auch als Himmels-W bezeichnet wird. Fernglas- oder Teleskopbesitzer finden hier eine Vielzahl offener Sternhaufen. Die Cassiopeia befindet sich innerhalb des zarten Bandes der Milchstraße, die in Richtung Westen weiter zum Sommerdreieck führt, das noch zu sehen ist, bevor es sich in den nächsten Monaten vom Abendhimmel zurückzieht.
Im Südosten findet man das recht unauffällige Sternbild Walfisch (Cetus). In ihm kann man periodisch den Stern Mira sehen - periodisch deshalb, weil seine Helligkeit regelmäßig schwankt, so dass er eine zeitlang für das bloße Auge unsichtbar ist, bevor er wieder hell genug wird, um sichtbar zu sein. Mira (die Wundersame) ist ein roter Riesenstern mit dem 300- bis 400fachen Durchmesser unserer Sonne, der pulsiert, so dass seine Helligkeit schwankt.

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